China will den Export von KI-Technologien, Solartechnik und Biotechnologien stärker kontrollieren. Ein Regierungsentwurf nennt 40 Technologien: Für 26 davon sollen Exporte eine Genehmigung benötigen, 14 sollen ganz verboten werden. Stellungnahmen zum Entwurf können bis zum 15. November eingereicht werden.
Eine Registrierungspflicht für den Transfer der genannten Technologien gilt laut Heise bereits seit dem Freitag vor der Veröffentlichung des Berichts. Der Entwurf stammt unter anderem vom chinesischen Handelsministerium. Die geplanten Regeln sollen weltweit gelten, nicht nur für den Handel mit den USA.
Was könnte betroffen sein?
Unter den 40 Technologien sind laut Reuters 23 KI-Anwendungen. Dazu zählen KI-Agenten und Verfahren für große KI-Modelle. Der Zugriff auf solche KI-Angebote über Apps und Webseiten soll dem Entwurf zufolge aber erlaubt bleiben. Auch öffentlich zugängliche KI-Technologien sollen weiterhin verfügbar sein.
Bei Solartechnik geht es dem Bericht zufolge vor allem um Verfahren zur Herstellung von Solarzellen und die dafür nötigen Produktionsanlagen – offenbar nicht um fertige Solarmodule. Weitere mögliche Beschränkungen betreffen Techniken für Zell- und Gentherapien. Welche konkreten Produkte und Transfers erfasst werden, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Peking verweist auf Sicherheitsrisiken
Die chinesische Regierung begründet die Pläne mit Sicherheitsbedenken. KI könne für Angriffe auf kritische Infrastruktur eingesetzt werden; Solartechnik werde auch im Weltraum und im Verteidigungsbereich genutzt. Schon im Juli hatte Peking laut Bericht mit Technologiekonzernen über mögliche Einschränkungen beim Zugang zu chinesischen KI-Modellen beraten.
China und die USA schränken ihren Handel bereits seit längerem ein. Im Mai weitete Peking außerdem Beschränkungen für die Ausreise von KI-Fachkräften aus, um strategisches Wissen im Land zu halten. Ob der aktuelle Entwurf nach der Konsultation unverändert beschlossen wird und wie die Kontrollen praktisch umgesetzt werden, ist noch offen.
Warum es wichtig ist
Unternehmen, die chinesische KI-Technik oder Verfahren zur Solarzellenproduktion ins Ausland übertragen, könnten künftig Genehmigungen benötigen oder von Exportverboten betroffen sein. Für Nutzer von KI-Apps nennt der Entwurf dagegen weiterhin möglichen Zugang; welche Firmen und Transfers konkret unter die Regeln fallen, ist noch nicht geklärt.