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Ecosia ersetzt Mistral durch chinesische KI-Modelle

Die Suchmaschine setzt auf Modelle von Qwen, GLM und Kimi. Laut CEO Christian Kroll sinken dadurch die Betriebskosten – offene Fragen bleiben.

Von Von Oossa veröffentlicht: 1 Min. Lesezeit

Lorenzo Herrera · Unsplash

Ecosia beendet die Zusammenarbeit mit dem französischen KI-Anbieter Mistral und nutzt künftig Modelle chinesischer Entwickler. Gründer und CEO Christian Kroll sagte dem Portal Politico, Ecosia setze stattdessen stärker auf offene Modelle. Dafür arbeitet die Berliner Suchmaschine mit der Plattform Melious zusammen, die unter anderem Qwen, GLM und Kimi bereitstellt.

Ecosia hatte erst im Mai OpenAI durch Mistral ersetzt. Laut Kroll gab es mit dem französischen Anbieter aber wiederholt technische Probleme und Ausfälle. Mistrals Server seien überlastet gewesen; zudem habe das Modell im Vergleich zur Konkurrenz an Leistung verloren. Mistral-Mitgründer Guillaume Lample verwies darauf, dass der Aufbau leistungsfähiger KI-Systeme Zeit und Rechenleistung brauche, und lud Ecosia ein, das neue Modell Large 4 zu testen.

Was verspricht der Wechsel?

Kroll zufolge hat Ecosia mit den Modellen auf Melious die Betriebskosten etwa halbiert und zugleich Qualität und Leistung verbessert. Unabhängige Messwerte oder ein Vergleichstest werden im Bericht nicht genannt. Auch ist nicht beschrieben, welche KI-Funktionen von Ecosia-Nutzern sich konkret ändern oder ob alle Nutzer betroffen sind.

Bei Open-Weight-Modellen sind die trainierten Parameter zugänglich. Entwickler können solche Modelle damit lokal betreiben und anpassen. Ecosia setzt laut Kroll eher auf die Nutzung solcher Modelle als darauf, selbst teure Basismodelle zu trainieren. Er begründet den Abschied von Mistral außerdem mit Bedenken zur Nachhaltigkeit und zur Unabhängigkeit des Anbieters von internationalen Investoren.

Wie groß ist das Zensurrisiko?

Der Einsatz chinesischer Modelle ist umstritten. Westliche Forschungsorganisationen warnen vor Zensur und politischer Einflussnahme. Eine von Heise erwähnte Untersuchung von NewsGuard kam zu dem Ergebnis, dass führende chinesische KI-Systeme Falschinformationen im Sinne der Pekinger Staatsräson oft nicht korrigierten.

Kroll hält solche Schwächen für technisch korrigierbar. Rasmus Rothe vom Bundesverband Künstliche Intelligenz sieht das skeptischer: Nachtraining könne direkte Zensur mindern, aber subtile Prägungen aus den Trainingsdaten blieben womöglich bestehen. Wie Ecosia die Modelle prüft und welche Anpassungen es vornimmt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Warum es wichtig ist

Für Menschen, die Ecosia nutzen, kann der Wechsel die KI-Antworten der Suchmaschine beeinflussen. Der Bericht nennt aber weder konkrete Änderungen für Nutzer noch, ob alle betroffen sind. Auch Ecosias Prüfungen gegen mögliche Zensur oder politische Verzerrungen bleiben offen.

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