# Google: Selbstverbessernde KI ist noch weit entfernt

> Google-DeepMind-Ingenieure berichten, dass KI den Großteil des Produktivcodes schreibt, aber weiterhin von Menschen geprüft werden muss. Anzeichen für eine Beschleunigung der KI-Forschung gebe es nicht.

Oossa · 2026-10-14 · https://oossa.com/de/google-says-self-improving-ai-is-still-far-off

Der Google-Ingenieur Haydn Belfield sagt, selbstverbessernde KI – also die Vorstellung, dass KI ohne menschliche Hilfe bessere KI entwickeln kann – sei noch lange nicht Realität. Interne Daten von DeepMind zeigen, dass KI inzwischen mehr als 75 % des Produktivcodes schreibt. Rund 88 % dieser Änderungen müssen jedoch weiterhin von Menschen geprüft werden, bevor sie eingereicht werden.

## Automatisierung funktioniert bei eng umrissenen Aufgaben, nicht in der Forschung

Der Anteil der Codeänderungen, die vollständig an KI delegiert werden, stieg laut den jüngsten internen Messungen von 7,5 % auf 11,9 %. Je komplexer die Aufgaben werden, desto stärker sinkt die Erfolgsquote der KI ohne menschliche Mitwirkung. Bei 1,389 Durchläufen mit DeepMinds Argon-Agenten waren Menschen für kreative Forschung, Versuchsplanung, die Diagnose subtiler Trainingsprobleme und langfristige Planung weiterhin unverzichtbar. Eine kleine Umfrage unter zwölf führenden DeepMind-Forschenden bestätigte dieses Muster: Klar definierte, überprüfbare Aufgaben lassen sich stark automatisieren, offene wissenschaftliche Ideenfindung dagegen kaum.

## Benchmarks zeigen stetige, aber keine beschleunigte Entwicklung

Bei DeepMinds RE‑Bench – einer Sammlung von 74 praxisnahen Aufgaben aus dem Bereich Machine-Learning-Engineering – löst Argon etwa die Hälfte der Aufgaben. Gemini 3.7 Flash kam zuvor auf 27 %. Der General Capability Index (GCI), der 123 Modelle anhand von 92 Benchmarks erfasst, zeigt, dass sich Gemini-Modelle um ungefähr 0,1 GCI-Punkte pro Monat verbessern – ohne statistische Anzeichen für eine Beschleunigung. Laut Belfield geht der moderate Leistungszuwachs von Gemini 4 Argon auf mehr Rechenleistung und organisatorischen Aufwand zurück, nicht auf eine von KI vorangetriebene Beschleunigung.

## Die Fakten

- KI schreibt inzwischen mehr als 75 % des Produktivcodes bei Google, doch 88 % der Codeänderungen müssen weiterhin von Menschen geprüft werden.
- Der Anteil vollständig an KI delegierter Codeänderungen stieg von 7,5 % auf 11,9 %.
- Argon löste bei DeepMinds RE‑Bench etwa 50 % der 74 Aufgaben; Gemini 3.7 Flash kam auf 27 %.
- Die Fähigkeiten der Gemini-Modelle verbessern sich um ungefähr 0,1 GCI-Punkte pro Monat, ohne messbare Beschleunigung.
- Der General Capability Index erfasst 123 Modelle anhand von 92 Benchmarks.

## Warum es wichtig ist

Für Entwickler bei Google und anderen Unternehmen bedeutet das: KI kann Routineaufgaben beim Programmieren übernehmen, muss aber weiterhin von Menschen geprüft werden. Jobs werden also nicht über Nacht verschwinden. Für die KI-Forschung insgesamt heißt die ausbleibende Selbstbeschleunigung, dass Prognosen einer raschen „Intelligenzexplosion“ spekulativ bleiben und Sicherheitsrisiken über einen längeren Zeitraum beobachtet werden können.

## Quellen und Referenzen

1. [Google says self-improving AI isn't anywhere close](https://the-decoder.com/google-says-self-improving-ai-isnt-anywhere-close/) – The Decoder, 2026-10-14

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-14
