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Helsing zeigt KI-Luftabwehr und zwei Abfangflugkörper

Das System Contra soll Drohnen erkennen und ihre Bekämpfung einleiten. Helsing nennt für die Flugkörper eine Marktreife ab der zweiten Hälfte 2027.

Von Von Oossa veröffentlicht: 2 Min. Lesezeit

Boris Busorgin · Unsplash

Der deutsche Rüstungskonzern Helsing hat mit Contra ein KI-gestütztes Luftverteidigungssystem und zwei neue Abfangflugkörper vorgestellt. Contra soll nach Angaben des Unternehmens große Mengen an Drohnen und Raketen erkennen, ihre Position bestimmen und die Bekämpfung einleiten. Helsing spricht von tausenden Zielen, die das System lokalisieren könne. Wie genau diese Angaben unter Einsatzbedingungen geprüft wurden, ist nicht genannt.

Die Flugkörper AD-1 Inferno und AD-2 Ambush sollen mit Contra zusammenarbeiten. Eine Radar-Bodenstation des Systems übermittelt zunächst die Lenkdaten. In der Endphase übernehmen Radarsuchköpfe in den Flugkörpern die Zielverfolgung. Helsing beschreibt AD-1 als Flugkörper mit Strahltriebwerk, der in der Luft kreisen und im Schwarm angreifen kann. AD-2 nutzt demnach einen Feststoffraketenmotor.

Was ist über die Flugkörper bekannt?

Für AD-2 nennt Helsing eine Reichweite von mehr als 20 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 2,5. Der Flugkörper soll bereits einen Testflug auf den Azoren absolviert haben. AD-1 habe noch keinen Testflug absolviert. Helsing-Chef Gundbert Scherf zufolge sollen beide Flugkörper in der zweiten Hälfte 2027 marktreif sein. Das ist eine angekündigte Zielmarke, kein bestätigter Verkaufsstart.

Der Spiegel berichtet, dass die beiden Flugkörper jeweils weniger als 100.000 Euro kosten sollen. Helsing hat diesen Preis demnach nicht als verbindlichen Verkaufspreis ausgewiesen. Bei der Abwehr günstiger Drohnen kann der Preis eines Abfangmittels für Beschaffer eine Rolle spielen: Ein teurer Flugkörper kann wirtschaftlich problematisch sein, wenn er gegen ein vergleichsweise günstiges Ziel eingesetzt wird.

Contra soll auch andere Abwehrtechnik einbinden

Helsing stellt Contra und die eigenen Flugkörper als gemeinsames System vor. Zugleich soll die Software mit Sensoren und Abwehrtechnik anderer Hersteller kompatibel sein. Als mögliche Ergänzungen nennt das Unternehmen Laser, Drohnenabwehrkanonen und unbemannte Fluggeräte. Damit ist laut Helsing nicht vorgeschrieben, dass jede Einheit Contra ausschließlich mit den beiden neuen Flugkörpern nutzt.

Als mögliche Ziele nennt Helsing russische Geran-4- und Geran-5-Drohnen. Golem zufolge soll deren Produktion auf 4.000 Stück pro Monat gestiegen sein. Die Geran-4 soll bis zu 500 Kilometer pro Stunde schnell sein und eine Reichweite von bis zu 850 Kilometern haben; für die Geran-5 nennt der Bericht bis zu 600 Kilometer pro Stunde und 950 Kilometer Reichweite. Das sind Angaben zu den Drohnen und keine unabhängige Prüfung der Leistungsfähigkeit von Contra.

Warum es wichtig ist

Für Streitkräfte könnte die angekündigte Kompatibilität bedeuten, Contra mit Abwehrtechnik verschiedener Hersteller zu kombinieren. Ob das System tausende Ziele zuverlässig erkennt und wie gut die Flugkörper im Einsatz funktionieren, ist mit den vorliegenden Angaben nicht belegt.

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