# Karin Prien fordert eine Steuer auf KI-Gewinne

> Die CDU-Vize will mögliche Einnahmen in Bildung und Chancengerechtigkeit investieren. In der Union gibt es Widerstand gegen eine neue Abgabe.

Oossa · 2026-11-01 · https://oossa.com/de/karin-prien-fordert-eine-steuer-auf-ki-gewinne

CDU-Vize Karin Prien spricht sich für eine Besteuerung von Gewinnen aus künstlicher Intelligenz aus. Wenn künftig vor allem KI-Systeme die Wertschöpfung erzeugten, müsse das auch im Steuersystem berücksichtigt werden, sagte sie dem Stern. Die Einnahmen aus einer möglichen KI-Steuer sollten nach ihrer Vorstellung in Bildung und bessere Chancen für Kinder und Jugendliche fließen.

Prien stellt die Abgabe jedoch nicht als Ersatz für andere Reformen dar. Der Staat müsse effizienter werden, und Teile des Sozialstaats müssten zurückgebaut werden, sagte sie. Frei werdende Mittel sollten gezielt in die Förderung junger Menschen gehen. Wie eine Steuer auf KI-Gewinne berechnet oder erhoben werden könnte, ist bislang nicht festgelegt.

## In der Union gibt es keine gemeinsame Linie

Prien stößt mit dem Vorschlag auf Skepsis in der eigenen Partei. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt eine neue Abgabe ab. Sie wolle das Wachstum durch KI fördern, statt über zusätzliche Steuern zu sprechen. Auch Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ist dagegen, über Steuern oder Regulierung zu reden, bevor KI in Europa ausgebaut wurde.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hatte sich zuvor offen dafür gezeigt, Umsätze aus KI zu besteuern. Das Geld könne helfen, den Umbau der Wirtschaft zu finanzieren, sagte er dem Tagesspiegel. Kurz darauf relativierte er seine Äußerungen. Kritiker einer Sondersteuer warnen, dass zusätzliche Abgaben Investitionen aus Europa weglenken könnten. Ob und wie eine solche Steuer umgesetzt wird, ist offen.

## Prien verweist auf junge Menschen

Prien begründet ihren Vorschlag auch mit sozialen Folgen des technischen Wandels. Die Erträge aus der KI-Wirtschaft sollten nicht nur wenigen zugutekommen; zugleich müsse ihr Wachstum ökologisch vertretbar bleiben. Sie nennt bezahlbare Mieten, die Möglichkeit für junge Menschen, Wohneigentum aufzubauen, und Einkommen, von denen Familien leben können.

Außerdem fordert Prien eine stärkere Debatte darüber, wie KI und der Wandel der Arbeitswelt die Berufswege junger Menschen verändern könnten. Konkrete Folgen für einzelne Berufe oder ein Programm zur Verwendung möglicher Steuereinnahmen nennt sie nicht. Ob sich ihr Vorschlag in der Union durchsetzt, ist angesichts der unterschiedlichen Positionen in Partei und Bundesregierung unklar.

## Die Fakten

- Karin Prien ist stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU.
- Prien schlägt vor, Einnahmen aus einer möglichen KI-Steuer in Bildung und Chancengerechtigkeit für junge Menschen zu investieren.
- Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt eine neue KI-Abgabe ab; Kanzler Friedrich Merz will zunächst den KI-Ausbau in Europa voranbringen.
- Digitalminister Karsten Wildberger hatte eine Besteuerung von KI-Umsätzen vorgeschlagen und seine Äußerungen später relativiert.

## Warum es wichtig ist

Für Familien und junge Menschen könnte Priens Vorschlag bedeuten, dass mögliche Einnahmen aus der KI-Wirtschaft in Bildung und Förderung fließen. Ob es eine solche Steuer gibt und wofür das Geld tatsächlich verwendet würde, ist noch offen.

## Quellen und Referenzen

1. [Arbeitspl�tze: CDU-Vize Prien will KI-Gewinne besteuern](https://www.golem.de/news/arbeitsplaetze-cdu-vize-prien-will-ki-gewinne-besteuern-2611-214725.html) – Golem, 2026-11-01

Zuletzt aktualisiert: 2026-11-01
