# Studie: Sechs Chatbots geben Gesprächsdaten weiter

> Ein Test in Spanien fand Datenflüsse an Werbe- und Analysedienste. Auch nach abgelehnten Cookies sammelten einige kostenlose Angebote weiter Daten.

Oossa · 2026-10-17 · https://oossa.com/de/studie-sechs-chatbots-geben-gesprachsdaten-weiter

Sechs von neun untersuchten KI-Chatbots übermittelten in ihrer Webversion Gesprächsinformationen an Tracking- und Werbedienste. Das berichtet eine Studie des spanischen Forschungsinstituts Imdea Networks. Die Forschenden testeten die Angebote im Mai 2026 in Spanien. Zu den untersuchten Diensten gehörten ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, Perplexity, Mistral AI, Meta AI, DeepSeek und Microsoft Copilot.

Weitergegeben wurden je nach Dienst Chat-Titel, Links zu Gesprächen, Eingaben oder sogar Bildschirmfotos. Bei den Android-Apps fanden die Forschenden solche Datenflüsse bei drei von acht geprüften Anbietern. Gemini, Grok und Mistral übermittelten automatisch erzeugte Chat-Titel. Ein Beispiel von Grok machte aus einer Frage zum Gehalt und einer Hypothek in New York den Titel „$85k NYC Salary: $280k-$350k Mortgage“.

## Grok fiel besonders auf

Laut Studie schickte Grok nach Zustimmung zu nicht notwendigen Cookies Chat-Titel und Chat-Links an sieben Analyse- und Werbedienste, darunter Meta, TikTok und Google. Die Links waren standardmäßig öffentlich abrufbar, sofern Nutzer das nicht ausschalteten. Beim Aufruf eines geteilten Chats erhielten Meta und TikTok den Titel und die letzte Eingabe; TikTok bekam zusätzlich einen Screenshot.

Die Forschenden testeten den Zugriff mit Köder-Links in Chats und hochgeladenen Dateien. Bei Grok registrierten sie 70 Abrufe von 70 IP-Adressen aus 14 Ländern, teilweise erst Tage später. Das belegt Zugriffe auf die Links, aber nicht, wer hinter den IP-Adressen stand oder was mit den abgerufenen Inhalten geschah.

## Cookies stoppen nicht alle Datenflüsse

Bei vier der neun kostenlosen Dienste sammelten Tracker laut Studie auch nach Ablehnung aller nicht notwendigen Cookies weiter Daten. Bei Claude verhinderte die Ablehnung beispielsweise den Meta-Pixel. Zwischen kostenlosen und bezahlten Konten fanden die Forschenden kaum Unterschiede.

ChatGPT und Claude übermittelten keine Chat-Titel, aber Chat-Links und Kennungen an Dienste wie Datadog und Intercom. Die Studienautoren weisen darauf hin, dass solche Anbieter auch für Fehlerüberwachung oder Kundensupport eingesetzt werden können. Die Forschenden informierten im April 2026 Datenschutzbehörden in der EU und Großbritannien. xAI antwortete laut Studie nicht; Grok-Chats waren am 10. September weiterhin öffentlich abrufbar.

## Die Fakten

- Die Studie untersuchte neun Chatbots im Web und acht Anbieter zusätzlich in ihren Android-Apps.
- Sechs von neun Webversionen und drei von acht Android-Apps übermittelten laut Studie Gesprächsinformationen an Dritte.
- Bei Grok registrierten die Forschenden 70 Abrufe von Chat-Links aus 14 Ländern.
- Bei vier von neun kostenlosen Chatbots sammelten Tracker laut Studie auch nach einer Ablehnung nicht notwendiger Cookies weiter Daten.

## Warum es wichtig ist

Wer Chatbots im Browser nutzt, sollte nicht davon ausgehen, dass eine Cookie-Ablehnung alle Datenflüsse verhindert. Bei Grok waren Chat-Links standardmäßig öffentlich abrufbar; die Studie zeigt jedoch nicht, ob alle übermittelten Informationen später für Werbung genutzt oder gespeichert wurden.

## Quellen und Referenzen

1. [K�nstliche Intelligenz: Chatbots plaudern mit der Werbeindustrie](https://www.golem.de/news/kuenstliche-intelligenz-chatbots-plaudern-mit-der-werbeindustrie-2610-214209.html) – Golem, 2026-10-17

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-17
