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US-Armee wählt Anbieter für autonome Cyberagenten aus

Das Echotribble-Programm soll KI-Agenten für offensive Cyberoperationen entwickeln. Der ausgewählte Anbieter ist noch nicht öffentlich bekannt.

Von Von Oossa veröffentlicht: 2 Min. Lesezeit

Roberto Catarinicchia · Unsplash

Das Army Cyber Command der USA hat einen Anbieter für die Entwicklung von Echotribble ausgewählt. Das Programm soll autonome KI-Agenten hervorbringen, die selbstständig in fremde Computersysteme eindringen und dort Ziele deaktivieren oder löschen können. Den Namen des Anbieters hat das zuständige Cyber Fusion Innovation Center (CFIC) nicht genannt; ein Vertrag soll erst noch folgen.

Die Angaben zu den geplanten Fähigkeiten stammen aus Dokumenten, die dem US-Magazin The Intercept vorliegen. Das CFIC beschreibt Echotribble dagegen als Projekt für digitale Forensik und Cyberabwehr. Ob und wann die Agenten eingesetzt werden sollen, ist nicht bekannt.

Wie sollen die Agenten arbeiten?

Ein Dokument für mögliche Auftragnehmer beschreibt Echotribble laut The Intercept als vorrangig auf offensive Einsätze ausgerichtet. Die Software soll sich ähnlich wie ein Computerwurm von Gerät zu Gerät bewegen und ihr Ziel selbstständig finden. Das Konzept umfasst demnach Cloudsysteme und auch Rechner ohne Netzverbindung, sogenannte Air-Gap-Systeme.

Die Agenten sollen mit wenig menschlicher Aufsicht handeln. In einem Beispiel aus einer Präsentation vom 24. Juni erkennt ein auf einem Laptop installiertes Programm weitere Ziele im selben Netz und erstellt passende Kopien für iPads, Apple-Desktops und Windows-11-PCs. Nach dem Einsatz sollen sich die Agenten möglichst unbemerkt selbst zerstören. Die Armee kann laut den Unterlagen Auslöser vorgeben; wie die Software Fehlentscheidungen verhindern soll, ist offen.

Der ausgewählte Anbieter bleibt geheim

65 Firmen reichten Whitepaper ein. Fünf stellten ihre Lösungen vom 6. bis 8. Oktober 2026 in einem virtuellen Auswahlverfahren vor; am 8. Oktober entschied sich das Gremium für einen Anbieter. Das Army Cyber Command beantwortete Fragen des Intercept zu Schutzmaßnahmen gegen Schäden an Unbeteiligten nicht.

Der Professor David Krueger von der Universität Montreal hält solche Systeme für gefährlich. Hyrum Anderson, Mitgründer der Sicherheitsfirma Abundant, warnte vor möglichen Schäden auf dem Weg zum eigentlichen Ziel: Ein Agent könnte etwa über die Steuerung eines US-Wasserversorgers laufen und diesen beeinträchtigen. Das CFIC nennt als mögliche Zwecke hingegen Malware-Analyse, die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle und den Schutz von Armeenetzen und kritischer Infrastruktur.

Warum es wichtig ist

Für Betreiber kritischer Infrastruktur ist relevant, dass die geplante Software laut den Dokumenten selbstständig fremde Systeme durchqueren könnte. Fachleute warnen vor Schäden an unbeteiligten Einrichtungen; welche Schutzmaßnahmen vorgesehen sind und ob Echotribble tatsächlich eingesetzt wird, ist bislang unbekannt.

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