Anthropics vertraulicher Börsenprospekt, der im Juni durchgesickert ist und über den Reuters und die Financial Times berichteten, zeichnet ein deutliches Bild: Der Umsatz stieg von 400 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf 4,6 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr und erreichte im zweiten Quartal 2025 11,5 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verbuchte das Unternehmen für 2025 einen Betriebsverlust von 8 Milliarden Dollar, der größtenteils auf Cloud-Computing-Kosten zurückzuführen war.
Was die Zahlen bedeuten
Aus dem Prospekt geht hervor, dass Anthropic in den kommenden zehn Jahren 518 Milliarden Dollar für Recheninfrastruktur ausgeben will. 80 Prozent davon sind in schwer kündbaren Verträgen gebunden. Etwa die Hälfte des Cloud-Budgets entfällt auf Amazon Web Services, Microsoft und Google; zudem hat das Unternehmen Ausrüstungs-Leasingverträge mit Broadcom im Umfang von 161,2 Milliarden Dollar. Nvidia, das im vergangenen Jahr 10 Milliarden Dollar investiert hat, könnte als Ankerinvestor beim Börsengang einsteigen.
Risikohinweise
Der Prospekt enthält einen 80-seitigen Risikoabschnitt, der vor „katastrophalen oder existenziellen“ Gefahren durch fortgeschrittene KI-Modelle warnt, darunter mögliches selbst erhaltendes oder täuschendes Verhalten. Das Unternehmen erklärt, diese Risiken könnten mit der weiteren Produktentwicklung zunehmen.
Warum es wichtig ist
Für Nutzerinnen und Nutzer könnten Anthropics enormen Cloud-Ausgaben die Kosten für KI-Dienste hoch halten und sich auf Abo-Preise und Verfügbarkeit auswirken. Die hervorgehobenen Sicherheitsrisiken erinnern Investoren und Aufsichtsbehörden daran, dass das rasante Wachstum der KI weiterhin schwer absehbare gesellschaftliche Folgen haben kann.