Eine Hackergruppe namens CyberCartel setzt KI-Agenten ein, um Cyberangriffe auf Finanzdienstleister in Lateinamerika zu automatisieren. Zu den verwendeten KI-Tools gehören Claude von Anthropic, Grok von SpaceX und ein Agent des chinesischen KI-Labors Moonshot AI. Nach Angaben des Cybersicherheits-Start-ups Straiker hat die Gruppe Daten von mehr als 400 Institutionen erbeutet, darunter Banken und mobile Bezahl-Apps. Außerdem verschaffte sie sich mit sehr geringem manuellem Aufwand Zugriff auf einzelne Konten.
So setzt die Gruppe die KI-Tools ein
Laut der Recherche von Straiker können die KI-Agenten Phishing-Nachrichten verfassen, Passwörter erraten und sich schneller als ein menschlicher Hacker durch kompromittierte Systeme bewegen. Die Gruppe kann Angriffe in einem Umfang starten, der mit rein manuellen Methoden nicht möglich wäre. Straiker teilte seine Erkenntnisse den KI-Anbietern mit. Anthropic hat die betroffenen Konten bereits für die Nutzung von Claude gesperrt. SpaceX arbeitet ebenfalls an einer Lösung für Grok, während Moonshot AI noch nicht reagiert hat.
Warum es wichtig ist
Für Menschen, die in Lateinamerika alltägliche Bank- und Bezahl-Apps nutzen, bedeutet der Einsatz von KI, dass ihre Daten schneller und in größerem Umfang kompromittiert werden können. Der Fall zeigt, dass auch weit verbreitete KI-Dienste missbraucht werden können – und die Anbieter deshalb den Zugang stärker kontrollieren müssen. Bis die Schutzmaßnahmen greifen, sollten Nutzer auf verdächtige Aktivitäten in ihren Konten achten.