Bei McKinseys nordamerikanischen Büros gehört ein Gespräch mit einer KI seit Herbst 2024 zum ersten Schritt des Auswahlverfahrens für bestimmte Bewerbungen. Wie das Wall Street Journal berichtet, findet es nicht per Video statt: Bewerberinnen und Bewerber sprechen vor Ort rund zehn Minuten mit einem Chatbot, der eine Kundin oder einen Kunden spielt.
Die KI gibt am Ende keine Bewertung ab. Stattdessen beobachten andere Personen im Raum das Gespräch und beurteilen die Kandidatinnen und Kandidaten. Laut McKinsey-Partner Saleem Zafar geht es darum, ob sie wichtige Informationen aufnehmen, darauf reagieren und sich an neue Angaben anpassen.
Alltagsszenario statt Stresstest
Das Rollenspiel soll typische Situationen aus der späteren Arbeit abbilden, nicht besonders schwierige Fragen oder einen cholerischen Kunden simulieren. Als Beispiel nennt Zafar eine Stadt, die Rat zum Standort eines neuen Stadions sucht. Die KI übernimmt die Rolle der Bürgermeisterin. Während die Bewerbenden Empfehlungen geben, kann sie weitere Anliegen oder zusätzlichen Kontext einbringen.
Zunächst richtet sich das Verfahren an Studierende, die sich für Stellen in der Business-Analyse bewerben. McKinsey erwartet dafür Hunderte Interessierte. Wenn sich die Tests als wirksam erweisen, will das Unternehmen das Verfahren im Folgejahr auch für andere offene Stellen nutzen. Ob es dazu kommt, ist noch offen.
Warum es wichtig ist
Studierende, die sich in Nordamerika für eine Business-Analyse-Stelle bei McKinsey bewerben, müssen sich auf ein kurzes Gespräch mit einer KI-Kundenrolle einstellen. Die Bewertung übernehmen laut Bericht Menschen; ob McKinsey das Verfahren auf weitere Stellen ausweitet, hängt von den Testergebnissen ab.