Laut NVIDIA könnten bei unbefugten Aktivitäten auf der Cloud-Entwicklungsplattform Brev gespeicherte Informationen offengelegt worden sein, darunter SSH-Schlüssel für Kundenmaschinen. Wie Tom’s Hardware berichtet, datierte ein Hinweis an Kunden die Aktivitäten auf den Zeitraum vom 4. bis zum 20. Oktober. Ein Jahr nannte der Hinweis nicht.
Ein SSH-Schlüssel ist ein digitaler Zugangsschlüssel, mit dem eine Verbindung zu einem Computer oder Server hergestellt wird. Die fraglichen Schlüssel wurden von Brev eingerichtet und dienten dem Zugriff auf virtuelle Maschinen (VMs) von Kunden – also softwarebasierte Computer in der Cloud. Wird ein Schlüssel offengelegt, kann dadurch das Risiko eines unbefugten Zugriffs entstehen. NVIDIA zufolge fand das Unternehmen jedoch keine Hinweise darauf, dass die Schlüssel missbraucht wurden.
Was hat NVIDIA unternommen?
NVIDIA zufolge erneuerte das Unternehmen die betroffenen Schlüssel, ersetzte sie also durch neue, und aktualisierte die Kundeninstanzen mit den Ersatzschlüsseln. Dadurch sollen sich die alten Zugangsdaten nicht mehr für Verbindungen zu diesen Maschinen verwenden lassen. Im Hinweis des Unternehmens hieß es, Kundeninformationen aus dem Brev-Netzwerk könnten „betroffen gewesen sein“.
Aus den von Tom’s Hardware berichteten Angaben geht nicht hervor, wie die unbefugten Aktivitäten begannen, welche Konten betroffen waren oder ob jemand bestimmte Kundendaten kopierte oder einsehen konnte. Auch die Zahl der Kunden, die einen Hinweis erhielten, nannte NVIDIA nicht. Deshalb lässt sich anhand der verfügbaren Informationen nur schwer einschätzen, wie weitreichend der Vorfall war.
Was weiterhin unklar ist
NVIDIAs Aussage, das Unternehmen habe keine Hinweise auf einen Missbrauch gefunden, bedeutet nicht, dass die Schlüssel definitiv nicht verwendet wurden. Sie beschreibt vielmehr, was die Untersuchung des Unternehmens nach dessen Angaben ergeben hat. Der gemeldete Hinweis erläutert weder, welche Aktivitäten die Ermittler beobachteten, noch wie sie nach einem möglichen Missbrauch suchten.
Für Brev-Kunden steht fest: NVIDIA ersetzte die möglicherweise betroffenen Schlüssel und aktualisierte die Instanzen. Der gemeldete Hinweis enthält keine weiteren Handlungsempfehlungen für Kunden und sagt auch nicht, ob sie andere Zugangsdaten ändern müssen. Ebenso macht er keine Angaben zu möglichen Dienstausfällen oder einem bestätigten Zugriff auf Kunden-VMs.
Warum es wichtig ist
Brev-Kunden möchten möglicherweise wissen, ob ihre Cloudmaschinen oder Daten offengelegt wurden. Im von NVIDIA gemeldeten Hinweis werden jedoch weder betroffene Konten genannt noch Zugriffe auf Kunden-VMs bestätigt. Das Unternehmen sagt, es habe die Schlüssel ersetzt und keine Hinweise auf einen Missbrauch gefunden. Ob Kunden weitere Schritte unternehmen müssen, ist nicht angegeben.