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Ukrainischer Drohnenchef warnt vor KI-Waffen ohne Kontrolle

Robert Brovdi warnt vor dem Zusammenspiel von KI und unbemannten Waffen. Ein berichteter Drohnenangriff zeigt aber auch, warum „autonom“ genau erklärt werden muss.

OossaVon Oossa veröffentlicht: 1 Min. Lesezeit

Frederick Shaw · Unsplash

Robert „Madyar“ Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Unmanned Systems Forces, warnt vor einem Kontrollverlust über KI-Waffen. In einem Interview mit dem Daily Telegraph sagte er, die Menschheit verliere die Kontrolle. Laut TechRadar bezeichnete Brovdi das als seine persönliche Einschätzung und sagte, er wolle niemanden ängstigen.

Brovdi sieht vor allem die Verbindung von KI mit unbemannten und robotischen Systemen als schwer beherrschbar an. Die möglichen Folgen reichten seiner Ansicht nach über das Schlachtfeld hinaus. Seit Juni 2025 leitet er die ukrainischen Drohnentruppen; zuvor arbeitete er als Getreidehändler.

Was geschah bei dem Drohnenangriff?

TechRadar verweist auf einen Angriff in Saporischschja am 6. Juli 2026. Eine russische Molniya-Drohne soll an einer Tankstelle drei Zivilisten getötet haben. Sie war laut den Berichten mit einem Nvidia-Jetson-Orin-Modul ausgestattet und hatte keine Funkantenne. Ukrainische Ermittler sagten demnach, die Drohne habe ihr Ziel selbst gewählt.

TechRadar schränkt diese Darstellung ein: Die Bilderkennung der Drohne sei erst eingesetzt worden, nachdem ein Mensch das Ziel bestimmt hatte. Der Vorfall belegt daher nicht, dass die Drohne völlig eigenständig ein Ziel ausgewählt und angegriffen hat.

Regeln sind noch offen

UN-Gespräche über tödliche autonome Waffen endeten laut Human Rights Watch am 5. September in Genf. Der Abschlussbericht sei abgeschwächt worden; Russland und die USA hätten Änderungen durchgesetzt. Zugleich unterstützen inzwischen 76 Staaten Verhandlungen über verbindliche Regeln. Ob es dafür ein Verhandlungsmandat gibt, soll eine Konferenz im November klären.

Brovdi fordert Verbündete auf, eigene Drohnentruppen schneller aufzubauen. Vier NATO-Staaten arbeiten laut United24 Media daran, wurden aber nicht genannt. Eine frühere Prognose Brovdis aus dem Jahr 2024, Drohnen würden binnen sechs bis acht Monaten ohne menschliche Piloten auskommen, ist laut dem Bericht bislang nicht eingetreten.

Warum es wichtig ist

Für Zivilisten in Konfliktgebieten ist entscheidend, ob ein Mensch ein Ziel auswählt oder eine Waffe das selbst tut. Beim beschriebenen Angriff soll ein Mensch das Ziel vor dem Einsatz der Bilderkennung bestimmt haben; wie weit die Drohne danach eigenständig handelte, bleibt unklar. Verbindliche internationale Regeln sind noch nicht beschlossen.

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