Der US-Projektentwickler Fermi America hat für sein geplantes Energie- und Rechenzentrumsvorhaben in Texas eine vorläufige Empfehlung für den zügigen Bau von vier Atomreaktoren erhalten. Die US-Atombehörde NRC hat außerdem den Entwurf einer Umweltprüfung vorgelegt. Das sind wichtige Zwischenschritte, aber noch keine endgültigen Genehmigungen.
Auf einem rund 18 Quadratkilometer großen Gelände im Texas Panhandle sollen Rechenzentren entstehen, die unter anderem den wachsenden Bedarf an KI-Rechenleistung decken. Fermi America plant dafür vier Westinghouse-Reaktoren vom Typ AP1000 mit jeweils 1,1 Gigawatt Leistung. Zusammen mit Gaskraftwerken, Solaranlagen und Batteriespeichern soll das Projekt eine Spitzenlast von 17 Gigawatt erreichen.
Viele Genehmigungen fehlen noch
Vor dem Bau müssen weitere Hürden genommen werden. Dazu gehören der endgültige Umweltverträglichkeitsbericht sowie Nachweise, dass der Standort geologisch stabil ist und genug Wasser für Kraftwerk und Rechenzentren bereitsteht. Gerade die Wasserversorgung könnte in der trockenen Region schwierig werden.
Fermi America will den Komplex unabhängig vom öffentlichen Stromnetz betreiben. Das soll nach Darstellung des Unternehmens eine schnellere Umsetzung ermöglichen. Einen konkreten Zeitplan nennt der Bericht nicht. Auch die bisherigen Bauzeiten mahnen zur Vorsicht: Die sechs fertiggestellten AP1000-Anlagen weltweit brauchten laut Golem jeweils etwa zehn Jahre. Der Reaktortyp ist also erprobt, wird aber nicht einfach in Serie gebaut.
Fermi America schätzt, dass die USA in den kommenden Jahren insgesamt 45 Gigawatt zusätzliche Kraftwerksleistung benötigen, um den Ausbau der KI-Infrastruktur zu versorgen. Das ist eine Einschätzung des Unternehmens, keine unabhängig bestätigte Prognose.
Warum es wichtig ist
Für Betreiber großer KI-Rechenzentren könnte ein eigenes Kraftwerk eine Alternative zum öffentlichen Stromnetz sein, falls das Projekt genehmigt und gebaut wird. Für Menschen in der trockenen Region bleibt besonders offen, woher genug Wasser für Reaktoren und Rechenzentren kommen soll; ein Zeitplan ist ebenfalls nicht bekannt.