Microsofts Cloudgeschäft Azure ist im jüngsten Quartal um 48 Prozent gewachsen. Der Konzern meldete am 28. Oktober 2026 für sein erstes Geschäftsquartal einen Umsatz von 92,28 Milliarden US-Dollar. Das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als die von Wall-Street-Analysten erwarteten 90,62 Milliarden Dollar.
Auch beim Gewinn lag Microsoft über dem Vorjahreswert: Er stieg von 27,75 auf 36,63 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie betrug 4,92 Dollar; bereinigt waren es 4,89 Dollar. Analysten hatten für den bereinigten Wert 4,71 Dollar erwartet. Die Zahlen zeigen, dass Microsofts Geschäft in diesem Quartal stark genug war, um die Sorgen über hohe Ausgaben für KI-Infrastruktur zu dämpfen.
Weniger Investitionen als erwartet
Microsoft gab in den drei Monaten bis zum 30. September 45,2 Milliarden Dollar für Investitionen aus. Die Wall Street hatte mit 51,7 Milliarden gerechnet. Finanzchefin Amy Hood führte die Abweichung auf verspätete „Kapazitätslieferungen durch Dritte“ zurück. Microsoft erklärte, die betroffenen Rechenzentren sollten in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres in Betrieb gehen.
Die geringeren Ausgaben bedeuten laut den vorliegenden Angaben also nicht, dass Microsoft den Ausbau seiner KI-Infrastruktur gestoppt hat. Vielmehr sind Anlagen später verfügbar als geplant. Wie stark die Verzögerung einzelne Kunden oder Azure-Dienste betrifft, geht aus den Angaben nicht hervor.
24 neue Rechenzentren geplant
CEO Satya Nadella sagte bei einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren, die steigende Nachfrage habe Microsoft dazu veranlasst, 24 neue Rechenzentren auf fünf Kontinenten zu errichten. Das Unternehmen muss dafür seine Kapazitäten ausbauen, kann die neuen Anlagen wegen der Lieferverzögerungen aber nicht so schnell bereitstellen wie vorgesehen.
Microsoft meldete für das Quartal außerdem einen freien Cashflow von 18,6 Milliarden Dollar. Diese Zahl zeigt, dass nach den Investitionen weiterhin Mittel übrig blieben; sie sagt für sich genommen aber nicht aus, ob sich der gesamte KI-Ausbau langfristig rechnet. Die aktuellen Quartalszahlen belegen Umsatz- und Gewinnwachstum, während die Verzögerungen beim Bau zeigen, dass zusätzliche Rechenleistung nicht sofort verfügbar ist.
Warum es wichtig ist
Für Unternehmen, die Azure für Cloud- oder KI-Anwendungen nutzen, hängt zusätzliche Rechenkapazität auch davon ab, wann die neuen Anlagen fertig werden. Microsoft erwartet deren Inbetriebnahme in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres; welche konkreten Dienste oder Kunden von den Verzögerungen betroffen sind, ist nicht bekannt.