Moonshot AI hat Kimi K3.1 Pro vorgestellt, ein chinesisches KI-Modell für Programmierung, 3D-Modellierung und Finanzanalysen. Es ist bereits über Kimi.com, Apps, den Desktop-Agenten Kimi Work, das Coding-Tool Kimi Code und die API verfügbar. Die vollständigen Modellgewichte will Moonshot bis zum 4. November 2026 veröffentlichen. Erst dann lässt sich das Modell mit eigenen Rechnern betreiben oder unabhängig weiterentwickeln – sofern die nötige Hardware vorhanden ist.
K3.1 Pro baut auf dem im Juli veröffentlichten Kimi K3 auf. Die Mixture-of-Experts-Architektur hat insgesamt 2,8 Billionen Parameter; bei einer Anfrage sind davon laut Heise jeweils 104 Milliarden aktiv. Das Kontextfenster reicht bis zu einer Million Token, also Text- und Informationseinheiten. Kimi Code bietet diese Länge laut Heise allerdings nur in höheren Tarifen. Das Modell verarbeitet Text, Bilder und Videos und gibt Text aus.
Was kann das Modell?
Moonshot sagt, K3.1 Pro könne ganze Softwareprojekte umsetzen, Spiele entwickeln und Werkzeuge wie Blender oder CAD-Software über Skripte steuern. Es soll 3D-Modelle aus Text, Skizzen oder Referenzbildern erstellen. Mit der Funktion „3D Make“ lassen sich Modelle im Browser bearbeiten und für den 3D-Druck herunterladen. Für Finanzanalysen soll das Modell auch umfangreiche Dokumente auswerten können.
Bei Terminal-Bench 4.0 meldet Moonshot 65,7 Prozent – mehr als die von Moonshot genannten 58,2 Prozent für OpenAIs GPT-6 Astra und knapp weniger als 66,4 Prozent für Claude Opus 5.5. Artificial Analysis, das Modelle unabhängig bewertet, kommt in eigenen Tests auf 67 Prozent und nennt einen Anstieg von 13 Prozent beim Vorgänger K3. Die Werte stammen aus unterschiedlichen Tests und sind daher nicht direkt gleichzusetzen.
Wie fällt der Vergleich aus?
Im Intelligence Index von Artificial Analysis erreicht K3.1 Pro 55 Punkte und Platz vier. Vor ihm liegen Claude Opus 5.5 mit 58 Punkten sowie Claude Sonnet 5.5 und Muse Wonder Full mit je 56. Nach Veröffentlichung der Gewichte wäre es laut Heise das bestplatzierte Modell mit offenen Gewichten in dieser Rangliste. Das macht es nicht automatisch in allen Aufgaben zum besten Modell: Bei komplexen Wissenstests fiel der Fortschritt gegenüber K3 laut Heise kleiner aus als bei Programmieraufgaben.
Moonshot verlangt über die API 2 US-Dollar je Million Eingabetoken und 10 Dollar je Million Ausgabetoken – jeweils ein Drittel weniger als für K3. Artificial Analysis beziffert die Kosten einer Aufgabe im Intelligence-Index-Test dennoch auf 2,11 Dollar, gegenüber 2 Dollar beim Vorgänger. Grund ist unter anderem, dass K3.1 Pro pro Aufgabe mehr Ausgabetoken erzeugte. Eine schnellere Variante, Highspeed, soll laut Moonshot zwei- bis dreimal schneller sein; ihre Tokenpreise sind doppelt so hoch.
Warum es wichtig ist
Für Entwicklerinnen und Entwickler ist K3.1 Pro schon über Web, Apps und API nutzbar; wer das Modell selbst betreiben oder verändern möchte, muss auf die angekündigten Gewichte warten. Die niedrigeren API-Tokenpreise bedeuten laut Artificial Analysis nicht automatisch günstigere Aufgaben: In dessen Test kostete eine Aufgabe mit K3.1 Pro 2,11 Dollar statt 2 Dollar mit K3.