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Raven soll Wohnorte anhand von Innenraumfotos finden

Graylark erweitert seine Ermittlungssoftware Raven. Sie soll Innenraumfotos mit Bildern von Immobilienanzeigen abgleichen – auch ohne GPS-Daten.

Von Von Oossa veröffentlicht: 1 Min. Lesezeit

deborah cortelazzi · Unsplash

Das US-Unternehmen Graylark Technologies hat seine Ermittlungssoftware Raven um eine Funktion erweitert, die Wohnungen und Häuser anhand eines einzelnen Innenraumfotos zuordnen soll. Dafür braucht das System laut einem Bericht von 404Media keine GPS-Koordinaten oder andere Standortdaten im Foto.

Raven hieß früher Geospy. Die Software soll charakteristische Merkmale eines Raums erkennen und mit abweichenden Fotos derselben Immobilie auf Wohnungsplattformen abgleichen. In Vorführungen führte ein Foto eines Waschmaschinenbereichs laut Bericht zu einer Airbnb-Anzeige in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina. Ein Badezimmerfoto wurde einem Vrbo-Angebot in Montecito, Kalifornien, zugeordnet.

Welche Daten Raven nutzt

Als Bildquellen nennt der Bericht Airbnb, Vrbo und Zillow. Über Zillow soll Raven auch gewöhnliche Wohnadressen zuordnen können. Graylark-CEO Daniel Heinen zufolge wurde die Fähigkeit eher zufällig entdeckt: Das Unternehmen habe Geospy 2.0 intern mit Selfies und Zillow-Screenshots getestet.

Dem Bericht zufolge haben das Los Angeles Police Department und das Miami-Dade Sheriff's Office Lizenzen erworben. Für Miami-Dade sei ein eigenes, lokal trainiertes Modell bereitgestellt worden. Heinen nennt Ermittlungen zu Menschenhandel und Ausbeutung als mögliche Einsatzfelder. Angaben zur Trefferquote, zu Fehlzuordnungen oder zu weiteren Schutzmaßnahmen enthält der Bericht nicht.

Plattformen widersprechen der Datennutzung

Airbnb und Zillow erklärten gegenüber 404Media, automatisiertes Auslesen ihrer Daten verstoße gegen ihre Nutzungsbedingungen. Airbnb sagte außerdem, es gebe keine Geschäftsbeziehung zu Graylark. Die Plattform erklärte, ihre Fotos enthielten keine Standort-Metadaten und sie setze technische Schutzmaßnahmen gegen das Auslesen ein.

Warum es wichtig ist

Für Menschen, die Fotos ihrer Wohnung veröffentlichen, zeigt der Bericht ein mögliches Risiko: Ein Innenraumbild könnte mit einer Immobilienanzeige verknüpft und so einem Ort zugeordnet werden, auch ohne GPS-Daten. Wie zuverlässig das funktioniert und wie oft es zu falschen Zuordnungen kommt, ist nicht bekannt.

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