OpenAI führte im August 2026 eine Version von ChatGPT ein, die sich an Teenager richtet. Sie soll zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen und Werkzeuge für Eltern bieten. Common Sense Media, eine gemeinnützige Organisation, die digitale Produkte für junge Menschen bewertet, sagt, der Teenager-Modus halte nicht, was er verspreche. In ihrer am 7. Oktober 2026 veröffentlichten Bewertung bezeichnet die Organisation das Produkt als „inakzeptables Risiko“.
Was die Bewertung ergab
Die Organisation prüfte mehrere Sicherheitsfunktionen. Ihren Angaben zufolge benachrichtigte das System die Eltern nicht, wenn ein Teenager über Selbstverletzung sprach. Es bot auch keine angemessene Krisenhilfe und erledigte weiterhin Hausaufgaben – obwohl das Unternehmen angekündigt hatte, dies einzuschränken. Laut der gemeinnützigen Organisation könnten diese Mängel Eltern ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln.
OpenAIs Antwort
OpenAI-Sprecher Eric Porterfield sagte, das Unternehmen „begrüße eine gründliche unabhängige Bewertung“, halte die Tests aber für fehlerhaft. Er weist darauf hin, dass es mehrere Stunden dauern könne, bis Benachrichtigungen für Eltern bei neuen Konten aktiviert werden – ein Umstand, von dem die gemeinnützige Organisation nach eigenen Angaben erst nach Beginn der Tests erfuhr. OpenAI betont, sich für die Sicherheit von Teenagern einzusetzen, und will weiter mit Fachleuten zusammenarbeiten.
Warum es wichtig ist
Eltern, die sich für eine sichere KI-Nutzung auf die Teenager-Version verlassen, erhalten möglicherweise keine Warnung, wenn ihr Kind über Selbstverletzung spricht, und erfahren so womöglich nichts von einer möglichen Gefahr. Der Streit macht deutlich, dass unabhängige Sicherheitsprüfungen nötig sind, bevor KI-Tools Minderjährigen anvertraut werden. Bis die Probleme behoben sind, sollten Familien die KI-Nutzung durch Teenager möglicherweise von Erwachsenen beaufsichtigen lassen.