Die finnische Polizei hat ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Tuike Finland Oy, die finnische Tochtergesellschaft von Google, im Zusammenhang mit einem Rechenzentrumsprojekt in Muhos eingeleitet. Nach Angaben einer von Tom’s Hardware zitierten Mitteilung gingen bei der Polizei fünf Beschwerden zu dem Projekt ein.
Bei den Ermittlungen geht es um mutmaßliche Verstöße gegen Umweltgesetze im Zusammenhang mit dem Projekt. Eine Untersuchung ist jedoch kein Nachweis für ein Fehlverhalten: Aus den vorliegenden Informationen geht weder hervor, welche Beweise die Polizei gesammelt hat, noch gegen welche konkreten Vorschriften möglicherweise verstoßen wurde oder ob die Ermittler bereits zu Ergebnissen gekommen sind.
Was aus den Ermittlungen hervorgeht
Bestätigt ist, dass die Polizei nach Eingang von fünf Beschwerden gegen das Unternehmen ermittelt. Die Beschwerden haben die Prüfung des Projekts in Muhos ausgelöst. Aus dem Bericht geht allerdings nicht hervor, wer sie eingereicht hat oder welche Vorwürfe sie im Einzelnen enthalten. Auch heißt es nicht, dass Anklage erhoben wurde.
Tuike Finland Oy wird als finnische Tochtergesellschaft von Google bezeichnet. Der Bericht enthält weder eine Stellungnahme von Google oder der Tochtergesellschaft noch einen Zeitplan für die Ermittlungen. Ohne diese Angaben lässt sich nicht sagen, welche Folgen die Untersuchung für das Projekt haben könnte oder wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.
Schlagzeilenbehauptungen bedürfen weiterer Angaben
In der Schlagzeile von Tom’s Hardware ist davon die Rede, dass 816 acres Wald gerodet worden seien, Wölfe in nahegelegene Dörfer abwanderten und die Stromrechnungen möglicherweise um 40% steigen könnten. Der vorliegende Bericht liefert keine Belege für diese Behauptungen, erklärt nicht, wie sie mit den fünf Beschwerden zusammenhängen, und nennt auch nicht, wer den möglichen Anstieg der Stromrechnungen geschätzt hat. Sie sollten daher nicht als Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen verstanden werden.
Der Bericht erläutert außerdem nicht, ob für das Projekt bestimmte Umweltgenehmigungen vorlagen oder erforderlich waren. Bislang wurde lediglich ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die Tochtergesellschaft gemeldet – kein veröffentlichtes Urteil, wonach das Unternehmen die mutmaßlichen Schäden verursacht hat.
Warum es wichtig ist
Für die Menschen in Muhos bedeutet das Ermittlungsverfahren, dass die Polizei Beschwerden im Zusammenhang mit einem großen lokalen Projekt prüft. Es bestätigt jedoch weder, dass Schäden entstanden sind, noch, dass die Stromrechnungen der Einwohner steigen werden. Aus den vorliegenden Angaben geht nicht hervor, wie es weitergeht oder welche Folgen die Ermittlungen für das Projekt haben könnten.