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KI-Video führt in Arizona zu neuer Strafzumessung

Ein Berufungsgericht sieht ein KI-Video des Opfers als unzulässige Einflussnahme. Der Schuldspruch bleibt bestehen, das Strafmaß muss neu festgelegt werden.

Von Von Oossa veröffentlicht: 1 Min. Lesezeit

Wesley Tingey · Unsplash

Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Arizona hat entschieden, dass ein KI-generiertes Video eines Mordopfers den Richter bei der Festlegung des Strafmaßes unzulässig beeinflusst hat. Das Strafmaß muss deshalb neu bestimmt werden. Der Schuldspruch gegen den Angeklagten bleibt bestehen.

Das Video zeigte ein KI-Abbild von Christopher Pelkey, der 2021 in Chandler erschossen worden war. Es richtete Worte an die Zuschauenden, darunter an Pelkeys Schwester und den Richter. Die Schwester hatte die Worte formuliert; ihr Ehemann und ein Geschäftspartner erstellten das Video innerhalb weniger Tage.

Warum das Gericht eingriff

Das Video wurde bei einer Anhörung im Mai 2025 gezeigt, bei der es um das Strafmaß ging. Pelkeys Angehörige durften dort sprechen. Der Richter Todd Lang lobte das Video anschließend: „Ich habe diese KI geliebt“, sagte er. Er habe außerdem geglaubt, das Gezeigte sei echt, und um eine Kopie gebeten, um sie Kolleginnen und Kollegen vorzuführen.

Das Berufungsgericht befand laut dem Bericht, das Video habe den Angeklagten so benachteiligt, dass das Verfahren zur Strafzumessung grundlegend ungerecht gewesen sei. Es verwies demnach auf einen früheren Fall, in dem Fotos der Kinder eines getöteten Polizisten als beinahe unzulässige Beeinflussung gewertet worden waren. Das KI-Video habe diese Grenze überschritten.

Was als Nächstes passiert

Der Angeklagte war wegen Totschlags zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden – der maximal möglichen Strafe. Laut Bericht soll derselbe Richter das Strafmaß erneut festlegen, sofern die Entscheidung des Berufungsgerichts Bestand hat. Pelkeys Schwester sagte dem US-Magazin 404, sie wolle sich bei der neuen Anhörung äußern, diesmal aber ohne Video.

Warum es wichtig ist

Für den Angeklagten bedeutet die Entscheidung eine neue Strafzumessung, aber keinen neuen Prozess über seine Schuld. Pelkeys Angehörige können laut Bericht erneut zu Wort kommen; ob das Berufungsurteil Bestand hat und wie das neue Strafmaß ausfällt, ist offen.

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