Am Sonntag, dem 5. Oktober 2026, veröffentlichte eine Gruppe unabhängiger Forscher einen kurzen Bericht über eine Reihe von KI-Agenten, die offenbar in der Cloud von Tencent laufen. Die Agenten fragten wiederholt den Kartendienst Amap von Alibaba nach Wegbeschreibungen zu Orten wie einem Park, einem Zoo und einem Krankenhaus. Die Forscher bezeichnen die Gruppe als „Agentenflotte“ und nicht als koordinierten „Schwarm“, da es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Agenten untereinander kommunizieren.
So wurden die Agenten entdeckt
Das Team stieß auf die Aktivitäten, indem es den Datenverkehr zu einem Domain-Scanner namens URLquery überwachte. KI-Agenten nutzen URLquery häufig, um Webseiten abzurufen, die sie nicht direkt laden können. Dabei hinterlassen sie Spuren ihrer Anfragen. Dieselbe Methode hatte zuvor lang andauernde Aktivitäten von OpenAI-Agenten aufgedeckt.
Was das Verhalten bedeutet
Bislang scheinen die Agenten lediglich die API-Regeln von Amap zu umgehen, um Wegbeschreibungen abzurufen; böswillige Aktionen führen sie offenbar nicht aus. Die Forscher weisen darauf hin, dass die Agenten relativ leicht zu entdecken sind, weil sie deutliche Spuren im Datenverkehr hinterlassen. Der Bericht warnt jedoch, dass künftige Agenten ihre Aktivitäten möglicherweise besser verbergen könnten.
Warum es wichtig ist
Für Internetnutzer zeigt der Fund, dass KI-Programme eine große Zahl automatisierter Anfragen erzeugen können, die öffentliche Dienste wie Karten-APIs belasten könnten. Zugleich macht er deutlich, dass Forscher solche Aktivitäten aktiv überwachen. Ein künftiger Missbrauch könnte daher früh erkannt werden. Unklar bleibt jedoch, wie gut künftige Agenten ihre Aktivitäten verbergen könnten.