Saudi Aramco beteiligt sich mit 49 Prozent am saudischen KI-Unternehmen Humain. Der staatlich kontrollierte Ölkonzern bringt dafür rund 2,6 Milliarden US-Dollar sowie Vermögenswerte aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Recheninfrastruktur und Digitalisierung ein. Der saudische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) behält 51 Prozent. Wie viel die eingebrachten Vermögenswerte zusätzlich wert sind, wurde nicht beziffert.
Mit dem Zusammenschluss legen Aramco und der PIF ihre KI-Aktivitäten zusammen. Aramco will außerdem eigene KI-Technologien künftig kommerziell nutzen und damit neue Einnahmen erschließen. Als Energielieferant könnte der Ölkonzern zugleich vom steigenden Strombedarf der KI-Rechenzentren profitieren. Wie hoch Aramcos weitere Investitionen in Humain ausfallen, ist nicht bekannt.
Drei Gigawatt Rechenleistung bis 2030
Humain plant, seine Infrastruktur in den kommenden Jahren stark auszubauen. Bis 2030 sollen Rechenzentren mit einer elektrischen Leistung von insgesamt drei Gigawatt entstehen. Humain-Chef Tareq Amin sagte im September dem US-Medium Semafor, dass die Branche für den Bau von Rechenzentren im Durchschnitt mit 11 bis 12 Millionen US-Dollar pro Megawatt kalkuliere. Auf Humains Ziel hochgerechnet ergäbe das 33 bis 36 Milliarden US-Dollar. Das ist eine Schätzung anhand des Branchenwerts, kein von Humain genanntes Investitionsbudget.
Amin zufolge sollen langfristig 70 Prozent der Finanzierung von externen Geldgebern und 30 Prozent von den Anteilseignern kommen. Dieses Verhältnis sei noch nicht erreicht. Als Vorteile Saudi-Arabiens für den Ausbau nannte er günstige Energie, verfügbare Flächen und planbare Stromtarife.
Humain soll die ganze KI-Kette abdecken
Der PIF stellte Humain im Mai 2025 als zentrales KI-Projekt Saudi-Arabiens vor. Das Unternehmen soll vom Bau und Betrieb von Rechenzentren über Cloud-Dienste und KI-Modelle bis zu fertigen Anwendungen tätig sein. Dazu zählt ALLAM, ein Sprachmodell, das auf Arabisch spezialisiert ist.
Beim Aufbau seiner Rechenzentren kooperiert Humain mit Nvidia, AMD, Cisco und AWS. Erste Systeme sind laut den vorliegenden Angaben bereits in Betrieb und bieten Kunden in Saudi-Arabien und im Ausland Rechenleistung an. Wie schnell Humain die geplante Kapazität erreichen kann und wie die dafür nötigen Investitionen finanziert werden, bleibt offen.
Warum es wichtig ist
Für Unternehmen und andere Kunden in Saudi-Arabien und im Ausland könnte Humains Ausbau künftig mehr Rechenleistung vor Ort verfügbar machen; erste Systeme laufen bereits. Ob dadurch zusätzliche Kapazität zu bestimmten Preisen entsteht, ist nicht bekannt.