Anthropic ist zum größten Kunden von SpaceX geworden und stand im vergangenen Quartal für ein Drittel des Umsatzes des Raumfahrtunternehmens, berichtet Semafor. Damit entfiel in diesem Zeitraum ein erheblicher Teil von SpaceX’ Umsatz auf ein einziges KI-Unternehmen. Der Bericht nennt den Anteil, aber weder den Betrag noch Einzelheiten dazu, was SpaceX an Anthropic verkauft. Umfang und Art der Geschäftsbeziehung bleiben daher unklar.
Anthropic gab diese Woche in einem Börsenprospekt außerdem bekannt, dass fast die Hälfte seines Umsatzes zusammengenommen von Amazon, Google und Microsoft stammt. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Größen: den Anteil von Anthropic am SpaceX-Umsatz und den Anteil der drei Tech-Unternehmen am Anthropic-Umsatz. Zusammengenommen zeigen sie, dass Geschäfte zwischen wenigen großen Unternehmen fließen. Einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschäftsbeziehungen belegen sie jedoch nicht.
Warum Anleger die Abhängigkeit beobachten
Anleger sorgen sich zunehmend, dass die KI-Branche und die Gesamtwirtschaft zu stark von der Entwicklung einer kleinen Gruppe von Unternehmen abhängen. Wie Semafor berichtet, geht es dabei um das Risiko von Marktverwerfungen, falls eines dieser Unternehmen scheitert. Ein Unternehmen, das ein Drittel des Umsatzes eines Zulieferers ausmacht, könnte für diesen Zulieferer ungewöhnlich wichtig sein, falls sich seine Bestellungen änderten. Die veröffentlichten Zahlen lassen jedoch nicht darauf schließen, dass eine solche Veränderung erwartet wird.
Die Investmentfirma Bridgewater warnte ihre Kunden, dass Konzentration und rasche Beschleunigung eigene Risiken mit sich bringen. In ihren Worten bedeutet das, dass „mehr pures Glück nötig ist, damit die Wirtschaft weiterläuft“. Bei den Zahlen in diesem Fall handelt es sich um Momentaufnahmen von unterschiedlichen Seiten der Geschäftsbeziehungen, nicht um ein Maß für den gesamten KI-Markt. Sie zeigen auch nicht, ob die Konzentration zunimmt oder wie sie im Vergleich zu früheren Zeiträumen ausfällt.
Was die Zahlen zeigen
Die Offenlegungen deuten auf Abhängigkeiten in beide Richtungen hin: Anthropic ist ein wichtiger Kunde von SpaceX, während Amazon, Google und Microsoft zusammen fast die Hälfte des Anthropic-Umsatzes ausmachen. Damit sind die Geschäftsbeziehungen zwischen den Unternehmen für Anleger relevant, die Risiken einschätzen. Die Zahlen belegen weder, dass eines der Unternehmen in Schwierigkeiten steckt, noch dass eine Marktstörung wahrscheinlich ist. Sie beschreiben die Konzentration, nicht aber, was passieren würde, wenn ein Kunde oder Zulieferer sein Geschäft zurückführe.
Warum es wichtig ist
Für Anleger und alle, die die KI-Branche verfolgen, zeigen diese Zahlen, dass wenige große Unternehmen für den Umsatz und die Erlöse der jeweils anderen wichtig sind. Ändert sich eine wichtige Geschäftsbeziehung, kann das Risiken mit sich bringen. Die Offenlegungen zeigen jedoch nicht, dass eine Veränderung oder ein Scheitern unmittelbar bevorsteht.