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Jason Momoas Synchronsprecher verklagt Netflix wegen KI-Training

Matti Klemm sagt, Netflix habe seine Stimme ohne Zustimmung für KI-Training genutzt. Die Klage soll rechtliche Grenzen klären.

Von Von Oossa veröffentlicht: 2 Min. Lesezeit

Will Francis - AI & Marketing · Unsplash

Der Synchronsprecher Matti Klemm klagt gegen Netflix. Das Unternehmen habe seine Stimme in der Vergangenheit für das Training von KI genutzt, ohne ihn vorher um Erlaubnis zu bitten. Klemm ist unter anderem die deutsche Stammstimme von Jason Momoa. Nach einer Datenauskunft räumte Netflix laut Golem ein, Klemms Stimme ohne seine Zustimmung für KI-Training verwendet zu haben. Klemm sei darüber nicht aktiv informiert worden und habe dafür kein Geld erhalten.

In seiner Klage macht Klemm eine Verletzung seines Persönlichkeitsrechts sowie seiner Urheber- und Datenschutzrechte geltend. Es geht dabei um die Frage, ob Netflix Aufnahmen aus seiner Arbeit als Synchronsprecher für einen weiteren Zweck verwenden durfte. Klemm vertritt die Auffassung, dass Datenschutzrecht für ein solches Training eine informierte Einwilligung verlangt. Außerdem dürfe das Urheberrecht die Nutzung nur im vertraglich vereinbarten Umfang und für die vereinbarten Zwecke erlauben. Auch sein Persönlichkeitsrecht schütze ihn davor, dass seine Stimme ohne Zustimmung verwendet wird.

Was soll die Klage klären?

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte unterstützt Klemm. Sie will mit dem Verfahren eine Grundsatzentscheidung erreichen, die rechtliche Grenzen für Unternehmen wie Netflix bei der Nutzung persönlicher Stimmaufnahmen für KI-Training klärt. Über die Klage informierte der Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS), der viele deutsche Synchronschauspieler vertritt. Eine Entscheidung des Gerichts liegt bislang nicht vor. Damit ist auch offen, wie weit Unternehmen solche Aufnahmen künftig für KI-Training nutzen dürfen.

Streit um eine Vertragsklausel

Der Fall fällt in einen breiteren Konflikt zwischen Netflix und deutschen Synchronsprechern. Netflix will sich mit einer umstrittenen Klausel die Erlaubnis sichern, Stimmen von Sprechern für KI-Training zu verwenden. Viele weigern sich, die Klausel zu unterschreiben. Wer nicht unterschreibt, werde seit Monaten nicht mehr von Netflix gebucht, berichtet Golem. In einigen Produktionen seien deshalb bereits bekannte Stammstimmen umbesetzt worden.

Klemms Klage betrifft damit nicht nur die Verwendung einer einzelnen Stimme in der Vergangenheit. Sie stellt auch die Frage, welche Zustimmung Verträge für solche Nutzungen festlegen müssen. Ob das Gericht Klemms Rechtsauffassung teilt und welche Folgen ein Urteil für künftige Verträge hätte, ist noch offen.

Warum es wichtig ist

Für Synchronsprecher geht es konkret darum, ob ihre Aufnahmen ohne ausdrückliche Zustimmung und Bezahlung für KI-Training genutzt werden dürfen. Der Ausgang des Verfahrens ist noch offen; damit steht auch nicht fest, welche Rechte Sprecher künftig gegenüber Netflix durchsetzen können.

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