Meta hat Conductor übernommen, ein Startup, das Softwareentwicklern dabei hilft, mehrere KI-Coding-Agenten parallel an verschiedenen Teilen eines Projekts arbeiten zu lassen. Meta bestätigte den Deal gegenüber TechCrunch, machte aber keine Angaben zu den Konditionen und nannte auch sonst keine weiteren Details.
Conductor-Gründer und CEO Charlie Holtz gab die Übernahme am Mittwoch, dem 4. November, bekannt. Das Unternehmen habe „große, verrückte Pläne für die nächste Benutzeroberfläche“ und rechne damit, Anfang nächsten Jahres etwas Neues für Kunden anbieten zu können, sagte er. Laut der Mitteilung von Conductor funktioniert das bestehende Produkt bis dahin wie gewohnt weiter – mit einer wichtigen Ausnahme: Der Cloud-Dienst wird eingestellt.
Was Conductor-Nutzer wissen müssen
Laut dem Zeitplan von Conductor werden die Cloud-Arbeitsbereiche am 13. November schreibgeschützt. Nutzer können sich alte Chats weiterhin ansehen und Daten exportieren, aber keine neuen Nachrichten mehr senden. Am 20. November wird der Cloud-Dienst eingestellt. Dann beginnt Conductor nach eigenen Angaben mit der Löschung der Cloud-Nutzerdaten. Das Unternehmen bietet eine Möglichkeit, Cloud-Arbeitsbereiche zur lokalen Nutzung zu übertragen, und fordert Kunden auf, ihre Daten vor der Abschaltung zu exportieren.
Neue Nutzer können sich nicht mehr anmelden und die App nicht mehr herunterladen. Bestehende Nutzer des Gratisangebots können nicht auf einen kostenpflichtigen Tarif wechseln. Aktuelle Pro-Nutzer können die Pro-Funktionen kostenlos weiterverwenden. Aktive Abonnenten erhalten laut Conductor eine Rückerstattung. Die lokale App erhält bis Anfang 2027 weiterhin neue Modelle und wichtige Fehlerbehebungen.
Ein junges Coding-Produkt
Conductor gibt an, im Juli 2025 gestartet zu sein. Seine Agenten können in der Cloud, auf dem Computer eines Nutzers oder über ein Smartphone laufen. Sie sollen gleichzeitig verschiedene Teile eines Softwareprojekts bearbeiten. Das Unternehmen erklärt, Agenten großer KI-Labore wie Anthropic und OpenAI einzusetzen, statt eigene zu entwickeln.
Die Übernahme ergänzt Metas jüngste Bemühungen im Bereich KI-Tools. TechCrunch zufolge brachte Meta im August seinen eigenen Coding-Agenten Muse Code auf den Markt und meldete für seine Muse-Agenten mehr als 10 Millionen Nutzer. Holtz sagte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Alexandr Wang, dem KI-Chef von Meta, und Nat Friedman, der bei Meta Superintelligence Labs die Produktentwicklung leitet. Keines der beiden Unternehmen hat erläutert, wie Conductors Technologie oder Team in Metas Produkte eingebunden werden soll.
Warum es wichtig ist
Kunden mit Cloud-Arbeitsbereichen bei Conductor müssen ihre Daten vor dem 20. November exportieren, sonst droht ihnen der Verlust, sobald die Löschung beginnt. Nutzer der lokalen App können das Produkt vorerst weiterverwenden. Meta und Conductor haben jedoch nicht erklärt, worin das angekündigte neue Produkt bestehen oder ob es Conductor ersetzen wird.