Google DeepMind und Google Research haben Forest Typology (ForTy) 2020 veröffentlicht – eine globale Karte, die jede 10 × 10 Meter große Fläche der Erde einer von sechs Wald- oder Landnutzungskategorien zuordnet. Die Karte ist ab sofort unter einer Open-Source-Lizenz in Google Earth Engine verfügbar. Eine erste Zeitreihe zeigt außerdem, wie sich diese Flächen von 2017 bis 2025 jedes Jahr verändert haben.
So funktioniert die Karte
ForTy unterscheidet zwischen Primärwald, natürlich regenerierendem Wald, angepflanztem Wald, Plantagenwald, Baumkulturen beziehungsweise Agroforstwirtschaft und sonstigen Flächen. Das Modell wurde mit rund 1,7 Millionen markierten Standorten trainiert und nutzt sogenannte AlphaEarth Foundations Embeddings – kompakte Zusammenfassungen von Satellitendaten –, um feine Muster wie Pflanzzyklen zu erkennen. Bei einem Abgleich mit mehr als 9.000 von Fachleuten überprüften Standorten lag die Klassifizierungsgenauigkeit bei den Waldtypen bei 90 Prozent und bei der Unterscheidung zwischen Wald und Nichtwald bei 95 Prozent.
Warum das wichtig ist
Mit der Karte können Behörden, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen nicht nur sehen, wo Bäume stehen, sondern auch, um welche Art von Wald es sich handelt. Das ist für die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte erforderlich. Die Karte macht auch Veränderungen sichtbar, die sonst verborgen blieben – etwa wenn ein Naturwald in eine Holzplantage umgewandelt wird. Herkömmliche Karten der Baumdeckung erfassen solche Veränderungen nicht.
Warum es wichtig ist
Verbraucherinnen und Verbraucher können mithilfe der Karte besser sicherstellen, dass Produkte wie Kaffee oder Schokolade nicht mit jüngster Waldumwandlung in Verbindung stehen, denn Behörden können den genauen Waldtyp entlang der Lieferketten zurückverfolgen. Für Forstverantwortliche zeigt die Karte übersichtlich, wo Naturwälder verdrängt werden, und unterstützt so gezieltere Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen.