NVIDIA hat am 15. Okt. 2026 drei neue offene Modelle angekündigt. Das Spitzenmodell Nemotron 3.5 Super VL verfügt über 120 Milliarden Parameter und wird als schnellstes und genauestes offenes Modell für dauerhaft aktive Agenten beworben. Außerdem erscheinen zwei für Edge-Geräte ausgelegte Varianten: Nemotron 3.5 Bolt 74B-A9B (24 GB) und Bolt E4B (4 GB). Das kleinere Modell soll am 23. Okt. 2026 auf den Markt kommen. Alle drei Modelle lassen sich über Hugging Face, Open Router und ModelScope herunterladen und auf NVIDIAs DGX- und RTX-Hardware ausführen.
Was die neuen Modelle leisten sollen
Super VL soll fünfmal schneller laufen als das nächstbeste offene Modell seiner Klasse und die Genauigkeit von NVIDIAs größtem Reasoning-Modell erreichen – bei nur einem Fünftel der Parameter. Das Bolt-Modell 74B-A9B nutzt eine 2-Bit-Quantisierung, um in 24 GB GPU-Speicher zu passen. Dadurch lässt es sich lokal auf RTX-basierten Laptops und Workstations ausführen. Das 4-GB-Bolt-Modell ist für besonders kompakte Geräte wie Jetson-Systeme und Desktop-RTX-Karten gedacht und soll schnelle dialogfähige Agenten ermöglichen.
Wer die Modelle bereits nutzt
NVIDIA nennt Dutzende Unternehmen, die Super VL mit eigenen Daten angepasst haben. Dazu gehören Scale AI für Finanzagenten, AfterQuery für die Analyse von Kreditverträgen und TrainLoop zum Verfassen dermatologischer Verschreibungen. Plattformpartner wie Atlassian, CrowdStrike, Salesforce und Perplexity integrieren das Modell in ihre eigenen KI-Agenten-Produkte.
Warum es wichtig ist
Unternehmen, die KI-Agenten vor Ort betreiben müssen, können dank der offenen Modellgewichte ihre Daten privat halten und zugleich hohe Geschwindigkeit erreichen. Für Entwickler bedeuten die kleineren Bolt-Modelle, dass sie leistungsfähige Agenten auf einem Laptop oder Edge-Gerät ausführen können, ohne auf Cloud-Dienste angewiesen zu sein.