Das Allen Institute for Artificial Intelligence (Ai2) hat OlmoEarth v1.3 veröffentlicht – ein Modell, das Satellitenbeobachtungen aus einem Jahr in numerische Zusammenfassungen von Orten auf der Erde umwandelt. Ai2 stellte außerdem vorberechnete Zusammenfassungen für den gesamten Planeten und das browserbasierte Kartentool OlmoEarth Embeddings Explorer bereit, für das keine Anmeldung erforderlich ist.
Die Zusammenfassungen, sogenannte Embeddings, funktionieren wie Fingerabdrücke für bestimmte Landflächen. Andere Software kann damit nach Mustern wie Wäldern, Anbauflächen oder Minen suchen. Das kleinste Raster erfasst Flächen von 10 mal 10 Metern; als weitere Optionen nennt die Quelle 64 Quadratmeter und 128 Meter. Das Modell nutzt Radar- sowie sichtbare und infrarote Aufnahmen von Sentinel-1, Sentinel-2 und Landsat.
Veränderungen an Land auch ohne GPU untersuchen
Bisher musste OlmoEarth für eine bestimmte Aufgabe in der Regel feinabgestimmt und auf Satellitenbilder angewendet werden. Das kann erhebliche Rechenleistung erfordern und setzt voraus, dass die Bilder heruntergeladen und gespeichert werden. Ai2 zufolge können Nutzer mit dem Explorer innerhalb von Sekunden eine erste Karte erstellen oder Orte vergleichen – ohne ein Modell zu trainieren oder eine GPU zu nutzen. Für umfangreichere Arbeiten kann eine Feinabstimmung weiterhin nötig sein.
Der Artikel beschreibt einen Vergleich der Region Madre de Dios in Peru für die Zeiträume 2016–2020 und 2020–2024. Beim ersten Vergleich wurden in einem Bergbaugebiet 34 Quadratkilometer mit erheblichen Veränderungen erfasst, beim zweiten 9 Quadratkilometer. Der Artikel stellt dies als Möglichkeit dar, Veränderungen im Umfeld des illegalen Bergbaus sichtbar zu machen, berichtet jedoch von keiner unabhängigen Überprüfung dieser Messungen.
Laut Ai2 geringere Trainingskosten
Nach Angaben von Ai2 benötigte v1.3 53% der Rechenzeit von v1.2 und 18% der Rechenzeit des ursprünglichen v1. Das Unternehmen gibt außerdem an, dass die CO₂-Emissionen bei 50% beziehungsweise 22% der Werte der früheren Modelle lagen. Die Quelle nennt weder einen Benchmark-Wert noch einen ausführlichen Vergleich der Modellgenauigkeit. v1.2 sei weiterhin für Forschungszwecke und Partnerlabore nützlich.
Warum es wichtig ist
Für Umweltforscher und alle, die sich mit Landnutzung beschäftigen, könnte das Browsertool erste Vergleiche ermöglichen, ohne dass eine GPU oder Speicherplatz für Satellitenbilder nötig ist. Ai2 zufolge dauern solche ersten Analysen nur Sekunden. Die Quelle belegt jedoch weder die Genauigkeit der Karten noch, ob das Tool bei Entscheidungen über Bergbau, Wälder oder Landwirtschaft eine fachliche Prüfung ersetzen kann.