Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro hat am Donnerstag den Artificial Intelligence Deceptive Advertising Act unterzeichnet. Das Gesetz schreibt einen Hinweis für Werbeanzeigen vor, wenn sie „wesentlich durch künstliche Intelligenz verändert oder erstellt“ wurden und synthetische Inhalte so einsetzen, dass bei Verbrauchern ein falscher Eindruck von einem Produkt oder einer Dienstleistung entsteht.
Die Regelung gilt für Anzeigen in verschiedenen Formaten: Standbilder, Videos, Audio und Text. Der Hinweis muss im selben Format wie die Anzeige erscheinen. Das Gesetz gilt unabhängig davon, wo die Anzeige erstellt wurde. Daher könnte auch eine außerhalb Pennsylvanias produzierte Werbung gekennzeichnet werden müssen, wenn sie unter das Gesetz fällt. The Verge weist darauf hin, dass dadurch auch in anderen Bundesstaaten ausgestrahlte Werbespots einen Hinweis enthalten könnten, sofern sie voraussichtlich ebenfalls in Pennsylvania laufen.
Wichtige Begriffe bleiben offen
Die Pflicht hängt von Begriffen ab, deren genaue Bedeutung sich aus dem Gesetzestext nicht klar ergibt. „Wesentlich verändert“ lässt sich unterschiedlich auslegen, und laut The Verge ist unklar, was als Inhalt gilt, der bei Verbrauchern einen „falschen Eindruck“ hervorruft. The Verge nennt weder die Stelle, die diese Entscheidungen treffen soll, noch beschreibt das Medium, wie Streitfälle behandelt würden.
Ausnahmen gelten außerdem für Parodien, Satire, Kommentare und Kritik sowie für Inhalte, die „offensichtlich fiktiv“ sind. Auch was genau als offensichtlich fiktiv gilt, bleibt unklar. Zusammen sorgen diese Einschränkungen dafür, dass offen ist, welche KI-gestützten Anzeigen gekennzeichnet werden müssen. Das Gesetz scheint nicht für jede Anzeige, in der KI zum Einsatz kommt, einen Hinweis vorzuschreiben.
Was ist über die Umsetzung bekannt?
The Verge bezeichnet Pennsylvania als einen der ersten Bundesstaaten, die Hinweise auf KI-Inhalte vorschreiben. Staatssenator Nick Pisciottano brachte den Gesetzentwurf ein, doch sein Büro reagierte nicht umgehend auf eine Anfrage von The Verge. Das Medium nennt weder ein Inkrafttreten noch Einzelheiten zur Durchsetzung oder mögliche Strafen. Somit bleibt offen, ab wann Werbetreibende Hinweise anbringen müssen und was passiert, wenn sie es nicht tun.
Für Unternehmen, die in Pennsylvania werben, schafft das Gesetz eine Kennzeichnungspflicht für Anzeigen, die seine Kriterien erfüllen – auch wenn sie anderswo produziert wurden. Wegen der unklaren Begriffe und Ausnahmen steht jedoch noch nicht genau fest, welche Kampagnen betroffen sind. Aus den verfügbaren Informationen geht außerdem nicht hervor, ob die Behörden Leitlinien zur Klärung dieser Begriffe herausgeben werden.
Warum es wichtig ist
Werbetreibende mit Kampagnen, die Pennsylvania erreichen, müssen möglicherweise auch Anzeigen kennzeichnen, die anderswo erstellt wurden, sofern sie die Kriterien für KI-generierte oder wesentlich veränderte Werbung erfüllen. The Verge lässt jedoch offen, welche Änderungen als wesentlich gelten und wann die Pflicht greift. Unternehmen und Publikum können daher noch nicht genau einschätzen, welche Anzeigen einen Hinweis tragen werden.